„Grenze in der Tasche” – Ada Milea und Herta Müller

„Grenze in der Tasche” – Ada Milea und Herta Müller

Donnerstag, 15. März, 20.00 Uhr,
Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50
Veranstalter: Kulturministerium Rumänien, Schaubühne Lindenfels, Hanser Verlag

Ada Milea. Foto: Nicu Cherciu

Ada Milea, geboren 1975, ist Absolventin der Universität für Theaterkünste in Târgu Mureș / Neumarkt am Mieresch (Abteilung für Schauspielkunst). Nach dem Studium war sie einige Jahre am Nationaltheater in ihrer Heimatstadt tätig, danach wurde sie freischaffende Künstlerin und komponierte die Bühnenmusik für zahlreiche Aufführungen an Theaterhäusern im ganzen Land. Sie arbeitete mit bekannten rumänischen Regisseuren (darunter Alexandru Dabija, David Esrig, Mihai Măniuțiu, Radu Afrim) zusammen und schrieb die Musik für ihre Inszenierungen. Besonders bekannt wurde sie für ihre Konzert-Soloauftritte: „Švejk im Konzert“ (Adaption nach Jaroslav Hašek), „Die Insel“ (nach Gellu Naum), „Der Tagträumer“ (nach Ian McEwan) u.a.m. Sie trat mehrfach auch im Ausland auf, darunter in Großbritannien, den USA, Frankreich, Belgien, Spanien, Deutschland, der Schweiz, Polen, Schweden, Finnland, Kroatien, Italien, Österreich, Ungarn, Israel und in der Moldaurepublik.

Ada Milea veröffentlichte mehr als 15 Alben, zu den bekanntesten zählen: Aberații sonore (1997), Republica mioritică România (1999), Absurdistan (2002), Apolodor (2003), Quixote  (2006), The Island (2011), Alcool (2012), Cîntece de iarnă (2015).

Die Künstlerin wurde mehrfach bei internationalen Theaterfestivals ausgezeichnet und zweimal von der Rumänischen Theaterunion (UNITER) mit Preisen bedacht.

„Ada Milea erzählt Geschichten, sie erzählt dem Zuschauer von Pinguinen, von Menschen und Nachbarn, sie erzählt von Rumänien, spricht einen direkt an, spricht über Gefühle, über Hoffnungen und Enttäuschungen, all dies in Worten aus Fleisch und Blut, in Modulationen, die unerwartete Bedeutungen entstehen lassen. Wenn sie von der Bühne heruntersteigt, wirkt sie wie ein schüchternes und introvertiertes Mädchen, als ob sie noch nie in ihrem Leben mit einer Gitarre in den Armen vor tausenden von Augen auf einer Bühne gestanden hätte.“ (Andrei Vornicu, Dilema Veche, 13.–15. August 2015)

Herta Müller, Foto: Paul Esser

Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Werk erscheint bei Hanser. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist die Literaturnobelpreisträgerin 2009.

Im Carl Hanser Verlag erschienen (Auswahl): 2003 Der König verneigt sich und tötet. Essays, 2007 Herztier. Roman (Neuausgabe), 2009 Der Fuchs war damals schon Jäger. Roman (Neuausgabe), 2009 Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt. Erzählung (Neuausgabe), 2009  Atemschaukel. Roman, 2011 Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel,  2012   Vater telefoniert mit den Fliegen. Collagen, 2014 Mein Vaterland war ein Apfelkern. Ein Gespräch mit Angelika Klammer, 2015 Hunger und Seide. Essays (Neuausgabe)

„Eine Autorin, der es in ihrem bewegenden Werk gelingt, mit einer hochempfindlichen Sprache Licht in dunkle Zeiten zu bringen.” Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.09

„Ihr Werk, dessen Kraft sich aus dem Schrecken speist, ist zugleich reich an Schönheit und für den Leser ein großes Glück. So spricht Erinnerung, wenn sie lebendig ist. Es schnürt einem die Kehle zu und macht Luftsprünge aus Wörtern. Und es ist neben all dem Hunger, dem Elend, dem Sterben im Lager unglaublich viel vom Glück die Rede.” Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.09