Mircea Dinescu

Mircea Dinescu

Zu Beginn seiner literarischen Karriere wurde Dinescu als großes Talent gefeiert („Rumänischer Majakowski“). Für seine Gedichtbände erhielt er mehrfach den Preis des rumänischen Schriftstellerverbandes, darüber hinaus 1978 den Eminescu-Preis der Rumänischen Akademie und 1989 den Poetry International Award aus den Niederlanden. Ob seiner gesellschaftskritischen Haltung wurde er bald zum Enfant terrible und fiel später beim Regime Nicolae Ceaușescus in Ungnade. Im Jahre 1985 erhielt er Publikationsverbot. Als die französische Zeitung Libération im März 1989 ein Interview mit ihm abdruckte, verlor er zudem seine Arbeit als Redakteur und wurde unter Hausarrest gestellt. Als Stimme der Opposition war er maßgeblich in die revolutionären Bestrebungen gegen Ceaușescu eingebunden. Am 22. Dezember 1989 verkündete er vom Balkon des Präsidentenpalastes den erfolgreichen Sturz der Diktatur. Nach der rumänischen Revolution wurde er Mitglied des Rates der Front der Nationalen Rettung und hatte von 1990 bis 1996 das Amt des Präsi-denten des rumänischen Schriftstellerverbandes inne. Im Jahre 1991 wurde er Ehrenbürger der Universität Augsburg. Werke in deutscher Übersetzung: Gedichte (1982), Exil im Pfefferkorn (1989), Ein Maulkorb fürs Gras (1990), Ich bin der Besitzer der Brücken (1997).